Leseprobe (PDF Kinderbuch - Jugendbuch): 3- Die Kreuzfahrt

Kinderbuch Jugendbuch ebook als PDF, Mobi und ePub erhältlich.

Das IGEL-Team gewinnt eine Kreuzfahrt und freut sich darauf, die Ferien auf dem Schiff zu verbringen. Sich häufende Diebstähle trüben jedoch den Ferienspaß und zwingen das Team zur Handlung.

 

Sie entdecken und beschatten den Dieb, ahnen jedoch nicht, welche abenteuerliche Ereignisse dabei auf sie zukommen werden.

Leseprobe

Abreise

»Jetzt komm, Lisa, sonst fahren wir ohne dich!«, rief Georg aus dem Auto.

Lisa wuchtete eine Tasche in den Kofferraum. »Bin schon da!«

Tänzelnd stieg sie in den Wagen ein. Sie saß neben Enzo, vor ihr saßen Georg und Ingo. Die Mutter saß auf dem Beifahrersitz und der Vater am Steuer.

Herr Seifert drehte sich um, warf einen Blick nach hinten. »Alle da? Fahren wir!«, rief er fröhlich, und fuhr los.

 Lisa beugte sich nach vorne. »Vielen Dank, Ingo, dass du uns in den Osterferien diese Reise beschert hast.«

Ingo winkte bescheiden ab. »Ach was! Dir haben wir es zu verdanken. Hättest du die Lösungen meiner Rätsel nicht eingeschickt, hätten wir nicht diese Kreuzfahrt gewonnen!«

Georg drehte sich zu Lisa um. »Ja, er hat recht! Wir haben es, euch beiden zu verdanken!«

»Ich danke euch allen, dass ich mitkommen darf!«, freute sich Enzo.

»Das ist doch klar, Enzo!«, erwiderte Ingo, »du gehörst so gut wie zur Familie.«

»Ja, wir könnten fast verwandt sein. Das Einzige, was dich von uns unterscheidet, sind deine Heißhungerattacken«, stichelte Lisa.

 Enzo leckte sich unbewusst die Lippen. »Wo du gerade davon sprichst, wann machen wir die erste Pause?«

Ingo lachte. »Bis Genua sind es etwa 700 Kilometer, wir werden ungefähr 8 Stunden fahren. Es kann dauern, bis wir Pause machen.«

Frau Seifert drehte sich um. »Wir machen alle zwei Stunden eine Pause, Kinder. Zwei kurze und eine lange Pause.«

Enzo blies die Wangen auf. »Zwei Stunden?«

»Ich habe genug Müsliriegel dabei! Du wirst also nicht verhungern«, beruhigte Ingo.


Enzo atmete erleichtert auf. »Danke, Ingo.«

Ingo nahm für Enzo immer Müsliriegel mit, weil er seine Hungerattacken zu genüge kannte. Enzo selbst hätte sich keine Riegel mitnehmen können. Bereits beim Einpacken in seinen Rucksack hätte er nicht widerstehen können und sie alle aufgegessen. Ingo war sozusagen sein Müsliriegelwächter.

Es war ein schöner, sonniger und warmer Tag. Die zartgrüne, blühende Landschaft zog an ihnen vorüber und die Luft war erfüllt von frühlingsfrischem Blütenduft, der durch das offene Wagenfenster herein drang. Lisa blätterte in ihrem Pferdemagazin. Georg las einen Kriminalroman und Ingo widmete sich eines seiner zahlreichen E-Bücher, die er vor der Abreise auf sein Notebook geladen hatte.

Enzo schloss die Augen und träumte vor sich hin, was sie wohl auf dem Schiff während der Kreuzfahrt alles erwarten könnte. Wie das Essen dort schmeckt, und ob es wohl reichlich davon gibt. Er stellte sich vor, wie er genüsslich Hähnchen mit Pommes verschlingen würde, wie er eine riesige Schüssel mit Schokoladepudding auslöffeln würde. Er konnte es förmlich bereits auf der Zunge schmecken und fühlen. Müde von der wohligen Wärme und dem monotonen Fahrgeräusch des Wagens schlief er ein. Enzo erwachte, als er etwas Kühles, Glattes an seiner Hand spürte.

Als er die Augen aufschlug, lächelte Lisa ihn an. »Nimm deinen Fruchtsaft.« Sie drückte ihn den Saftbeutel in die Hand. »Und komm mit, wir vertreten uns die Beine!«

Benommen blickte sich Enzo um und bemerkte, dass das Auto an einem Rastplatz stand. Die Eltern sowie Ingo und Georg waren bereits ausgestiegen und zur angrenzenden Wiese gelaufen.

»Endlich Pause!«, jubelte Enzo und marschierte mit Lisa hinüber zur Wiese.

Georg holte seinen Ball aus dem Kofferraum, dann spielten die Kinder Fußball, während die Eltern Dehnübungen vollzogen. Zehn Minuten später hatten sie sich ausgetobt und ließen sich laut schnaufend auf der Wiese nieder. Die Mutter holte eine große Schüssel mit Äpfeln, Birnen und Bananen aus dem Wagen.


»Greift zu«, bot sie an und nahm sich selbst einen Apfel.

Der Vater aß ebenfalls einen Apfel. Ingo und Lisa aßen eine Birne, Georg einen Apfel und Enzo eine Banane.

Ingo schob seine Brille zurecht und räusperte sich. »Wusstet ihr, dass eine Birne genauso viele gesunde Inhaltsstoffe wie ein Apfel hat?«

  Georg runzelte die Stirn. »Sind Äpfel nicht aber beliebter?«

Ingo nickte. »Ja, weil Birnen weniger Fruchtsäure enthalten, schmecken sie nicht so interessant wie Äpfel. Das ist der einzige Grund.«

Nachdem sie ihr Obst aufgegessen, und ihre Fruchtsäfte ausgetrunken hatten, ging die Fahrt weiter.

Lisa nahm den Reiseprospekt aus dem Fach ihres Vordersitzes. »Tag eins: Genua, Tag zwei: Marseille in Frankreich, Tag drei sind wir nur auf See, am vierten Tag kommen wir nach Tanger in Marokko, am fünften Tag nach Casablanca in Marokko, am sechsten Tag nach Cádiz in Spanien, am siebten Tag Cartagena in Spanien, am achten Tag nach Barcelona in Spanien, am neunten Tag kommen wir zurück nach Genua.«

Georg lehnte sich entspannt zurück. »Das klingt aufregend.«

»Es wird aufregend«, versicherte Ingo, »Casablanca ist übrigens spanisch und bedeutet weißes Haus.«

Enzo erklärte als stolzer Italiener: »Casa heißt Haus und blanca heißt weiß!«, unwillkürlich dachte er wieder ans Essen: »Hoffentlich haben die auch wirklich genug Proviant mit, damit wir neun Tage auf See überstehen können.«

Ingo lachte. »Keine Angst! Bei jeder Landung wird für Nachschub gesorgt! Es sind rund 2300 hungrige Mäuler zu stopfen.«

Lisa staunte. »2300 Passagiere? Wie viele Zimmer sind auf dem Schiff?«

Ingo: »Es gibt auf einer Fläche von 2400 Quadratmetern insgesamt 1050 Kabinen.«

Georg wollte wissen: »Wie stark muss ein Motor sein, um eine solche Last zu befördern?«

Ingo war auch hier informiert. »Der Motor hat eine Leistung von 25000 Kilowatt, das entspricht 34000 Pferdestärken.«

»Hast du das Schiff gebaut, weil du alles darüber weißt?«, scherzte Enzo.

»Nein«, lachte Ingo, »Wikipedia macht es möglich!«

»Wie schnell ist ein Schiff mit dieser Leistung?«, interessierte sich Georg.

»21 Knoten bedeutet 21 Seemeilen in der Stunde. Eine Seemeile beträgt 1,852 Kilometer, was wiederum eine Geschwindigkeit von 39 Stundenkilometern bedeutet«, klärte Ingo auf.

»Ich kann es kaum noch erwarten. Hoffentlich sind wir bald da«, wurde Lisa ungeduldig.

Zwei weitere Stunden vergingen wie im Fluge, selbst Enzos Hunger hatte sich in dieser Zeit nicht mehr gemeldet. Herr Seifert fuhr einen Rastplatz an, wo sich alle gleich auf die kleine Rasenfläche begaben und die Picknickdecke ausbreiteten.

Frau Seifert schaute in den tiefblauen, wolkenlosen Himmel. »Gut, dass das Wetter heute so schön ist.«

»Ja, wir haben echt unser Glückstag, auch die Autobahnen sind heute ziemlich verkehrsarm«, erwiderte der Vater.


Die Mutter teilte Pappteller aus, auf denen sie jedem eine kräftige Portion Nudelsalat aufgelegt hatte. Das Nudelgericht sah lecker aus. Die Nudeln, Erbsen, Möhren, Pilze, Paprikastückchen und hart gekochten Eier ergaben zusammen einen schönen Farbkontrast und einen herrlichen Duft, der einem das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ.

Nachdem sie aufgegessen hatten, teilte die Mutter den Nachtisch aus. Jeder bekam einen Becher mit selbst gemachtem, köstlich duftendem Vanillepudding, der mit saftigen Mandarinenstückchen garniert war.

Nach dem Picknick holte Georg wieder den Ball aus dem Kofferraum. Anschließend spielten die Kinder Fußball und tobten sich aus. Erst als sie sich erschöpft auf der Wiese niederließen, riefen die Eltern zur Weiterfahrt auf. Lisa, Ingo, Georg und Enzo konnten die Ankunft auf dem Schiff kaum noch erwarten und stiegen hurtig in den Wagen. Die Hälfte der Strecke hatten sie hinter sich gelassen.

Lisa blätterte wieder in ihrem Pferdemagazin, Georg in seinem Kriminalroman und Ingo vertiefte sich wieder in seinem E-Book-Reader. Enzo schloss wieder die Augen und hing seinen Gedanken nach.

Zwei Stunden später machten sie wieder eine kleine Rast, nahmen noch etwas Obst zu sich und tobten sich mit dem Ball aus, bevor es weiterging.

Georg war ganz aufgeregt: »Das war die letzte Pause, bevor wir am Schiff ankommen!«

Enzo, Ingo und Lisa konnten an nichts mehr anderes denken und sahen erwartungsvoll aus dem Fenster, um den Augenblick der Hafenankunft nicht zu verpassen.


Der Hafen

Weitere zwei Stunden später war es endlich so weit. Sie fuhren in den Hafen ein und sahen das riesige Kreuzfahrtschiff.

Lisa erstaunt: »Das ist aber sehr hoch!«

Ingo: »Es hat zehn Etagen, Decks sozusagen!«

Enzo: »Was dieses Ungetüm wohl gekostet hat?«

Ingo: »Über 330 Millionen Euro!«

Ein Einweiser wies die Seiferts währenddessen in einen Parkplatz ein.

Georg wollte wissen: »Was kostet diese Kreuzfahrt normalerweise?«

Ingo: »Über 700 Euro.«

Herr Seifert parkte den Wagen. Sie stiegen aus, liefen zum Kofferraum, luden das Gepäck aus und schleppten es über die kleine Treppe in den Schiffseingang, wo sie von uniformierten Besatzungsmitgliedern höflich begrüßt wurden.

Nach einem kurzen Blick auf die Tickets gab die Dame den Seiferts einen Zettel mit den Zimmer-Codes. »Ihre Kabinen befinden sich in Deck 5«, sie zeigte den Flur entlang, »da vorne ist der Aufzug.«

Schnell war der Fahrstuhl gefunden, sie fuhren nach oben zu Deck 5. Voller Vorfreude folgten sie dem schmalen Flur und suchten ihre Kabinennummern. Enzo, Georg und Ingo teilten sich ein großes Zimmer. Lisa hatte eine Einzelkabine, und die Eltern hatten eine doppelte Suite. Alle drei Räume waren mit einem Balkon und einem Badezimmer ausgestattet. Die Tür wurde mit dem Zahlencode geöffnet, der in die rechts daneben befestigte Tastatur eingegeben wurde. Als Lisa ihre Kabine betrat, war sie positiv überrascht. Das Zimmer war mit einem Bett, einem Schrank und einer Kommode eingerichtet. Vorne blickte man durch die große Balkontür auf das tiefblaue Wasser. Es glitzerte wunderschön und sah so aus, als wenn kleine Lichter auf den Wellen tanzen würden. Die Übergardinen, die Tagesdecke, sogar die Deckchen, Lampenschirme, der Teppichboden und das Telefon waren gelb.


Das Zimmer der Jungs war in einem blauen Farbton ausgestattet. Dazu gab es noch eine passende blaue Samtcouchgarnitur und einen Wohnzimmertisch.

Nachdem sie auch das grüne Elternschlafzimmer begutachtet hatten, zogen sich alle in ihre Kabinen zurück und packten ihre Koffer aus. Danach nahmen sie eine Dusche, während das Schiff aus dem Hafen tuckerte. Lisa besuchte anschließend die Jungs in der Kabine nebenan. Sie setzte sich zu ihnen auf das Sofa. Gemeinsam beobachteten sie durch die Balkontür, wie Genua sich immer weiter entfernte.

Georg: »Was haltet ihr davon, wenn wir uns bis zum Abendessen ein wenig auf dem Schiff umsehen?«

Alle stimmten nickend zu.

»Das ist eine tolle Idee, lasst uns auf Erkundungstour gehen«, schlug Enzo vor.

Lisa: »Ich gehe schnell nach nebenan und sage Mama und Papa Bescheid, dass wir sie zum Essen treffen!«

Lisa suchte die Kabine der Eltern auf und erzählte ihnen von der geplanten Tour.

Die Mutter blickte auf ihre Armbanduhr. »Wir treffen uns um 18:00 Uhr im Speiseraum.«

»Okay Mama«, antwortete Lisa und machte sich mit Enzo, Georg und Ingo auf den Weg durchs Schiff.