Leseprobe (PDF Kinderbuch - Jugendbuch): 9- Mysteriöse Raubzüge

Kinderbuch Jugendbuch ebook als PDF, Mobi und ePub erhältlich.

In Bad-Bergzabern treiben Diebe auf mysteriöse Art ihr Unwesen. Denn während die gut betuchten Opfer nur kurze Zeit aus dem Haus sind, schlagen sie zu. Sie brechen ein, schalten die Alarmanlagen ab und nehmen Wertgegenstände mit. Trotz helllichtem Tag gibt es keine Zeugen, die das Treiben in der ruhigen Neubausiedlung beobachtet hätten. Die Polizei tappt bei der Spurensuche im Dunkeln.

 

Das IGEL-Team interessiert sich für den Fall und versucht, die Täter mit List und Tricks zu überführen.

Leseprobe

Ein aufregendes Picknick

 

Die elfjährige Lisa breitete die geblümte Picknickdecke auf der Blumenwiese neben dem Waldsee aus. Die kleinen bunten Blüten dufteten herrlich süß und im silbrig schimmernden See spiegelten sich die Bäume, die diesen umsäumten.

Ein zufriedenes Lächeln umspielte Lisas Lippen. »Die Sonne scheint, wolkenloser, strahlend blauer Himmel, es ist ein herrlicher Frühlingstag.«

»Perfekt für unser Picknick«, stimmte ihr Bruder Georg zu. Er setzte sich auf der Decke nieder und holte die Fläschchen mit der Traubensaftschorle aus der Kühltasche.

Georg war Lisas großer Bruder im wahrsten Sinne des Wortes. Er war 13 und oft wurde er auf 19 geschätzt.

Der mollige, schwarz gelockte Enzo legte sich bequem daneben. »Die Wiese mit dem Blick auf den schönen See ist der ideale Picknickplatz.«

Enzo war ein Junge aus der Nachbarschaft, der viel Zeit mit den drei Geschwistern Lisa, Georg und Ingo verbrachte, weil seine Eltern eine eigene Pizzeria betrieben und sich deshalb nicht ausreichend um ihren Sohn kümmern konnten.

Lisas anderer Bruder, der zwölfjährige Ingo schob seine Brill zurecht, öffnete seinen Rucksack und kramte unter den neugierigen Blicken der anderen einen gelben Gegenstand aus Kunststoff und anschließend eine Luftpumpe hervor.

»Du hast das Schlauchboot mitgenommen?«, war Lisa überrascht. »Ist es nicht zu kalt um diese Jahreszeit, um ins Wasser zu gehen?«


 

Ingo kniff seine grünen Augen zusammen und blickte Lisa über seine Brille hinweg kritisch an. »Natürlich ist es zu kalt, um ins Wasser zu gehen. Darum habe ich das Boot mitgenommen.«

»Klingt logisch«, stimmte Enzo zu. »Aber bevor wir auf den See hinauspaddeln, muss ich eine Kleinigkeit essen, sonst bekomme ich einen Schwächeanfall. Was gibt es eigentlich zu essen?«

»Moment«, sagte Lisa und verteilte die Brotboxen und dazu Kuchengabeln.

Georg öffnete seine Dose zuerst. »Hm, Nudelsalat.«

»Oh, klasse«, freute sich auch Ingo.

Enzo schnüffelte in die Box und schob sich sofort eine Gabel voll Nudelsalat in den Mund. »Der ist köstlich«, stöhnte er und verdrehte scherzhaft die Augen.

»Den habe ich zubereitet, der ist nach Mamas Rezept«, verkündete Lisa stolz.

In den nächsten Minuten waren nur Vogelgezwitscher und das Schmatzen der Kinder zu hören.

Enzo hatte zuerst aufgegessen. »Der Nudelsalat war echt lecker. Gibt es auch einen Nachtisch?«

»Erst wenn wir alle aufgegessen haben«, sagte Lisa streng.

»Was gibt es denn?«, wollte Georg wissen.

»Mama hat uns Linzer Torte mit Himbeerfüllung eingepackt.«


 

Alle waren begeistert, weil sie Frau Seiferts köstliche Linzer Torte liebten.

Kurz darauf verteilte Lisa die nach Zimt und Nelken duftenden Kuchenstücke, die in null Komma nichts aufgegessen waren. Danach tranken sie Fruchtsaftschorlen und ruhten sich anschließend auf der flauschigen von der Sonne erwärmten Picknickdecke aus.

Wenige Minuten danach pumpte Georg das Schlauchboot auf und legte es in den See.

Ingo klatschte in die Hände. »Auf geht's.«

Lisa band ihr blondes Haar zu einem Zopf zusammen und danach setzten sich alle ins Boot.

Weil Georg der Größte und Kräftigste war, übernahm er das Rudern und paddelte das Schlauchboot ein Stück weit auf den See hinaus und anschließend am Ufer entlang. Doch dann geriet das Boot in einen Sog und wurde wie von Geisterhand getrieben.

»Wir sind in einer Strömung. Wie praktisch«, amüsierte sich Georg. Er legte die Paddel ins Boot, lehnte sich zurück und verschränkte die Hände hinter dem Kopf.

Lisa hielt ihre Hand in die kühle Strömung. »Ist das eigentlich ein offenes Gewässer, Ingo?«

»Nein«, erwiderte Ingo. »Der See fließt über einen kleinen Bach ab, der durch den Wald führt; nichts Bedrohliches also. Du kannst ganz beruhigt sein.«

Doch das Boot schaukelte immer kräftiger und nahm an Fahrt auf.

Lisa schaute misstrauisch ins Wasser. »Dieser kleine Bach erzeugt aber eine ganz schön starke Strömung.«

Ingo kratzte sich nachdenklich an der Stirn. »Das wundert mich auch gerade ein bisschen.«


 

Enzo hob die Hand hinter sein Ohr und lauschte. »Hört ihr das?«

Georg erschrak, nahm die Paddel und versuchte, das Boot aus der Strömung zu bewegen. »Oh nein! Das klingt wie ein Wasserfall. Schnell weg hier!«

»Ein Wasserfall?«, quietschte Lisa entsetzt. »Du sagtest, es wäre ein kleiner Bach, Ingo!«

»Vielleicht hat sich der Bach durch das Schmelzwasser vergrößert?!«, versuchte Ingo zu erklären, wobei seine Stimme panisch klang.

Das Schlauchboot durchschnitt mit hohem Tempo die Wasseroberfläche inmitten des Sees und trieb zwischen zwei Felsen hindurch. Wie auf Kommando legten sich alle auf den Bauch und versuchten, mit den Händen zu paddeln, um Georg beim Rudern zu unterstützen. Vergeblich. Das Rauschen wurde lauter und das Schlauchboot schneller. Entsetzt sahen sie einige Meter vor sich den Abgrund, wo das Wasser tosend hinunterstürzte und die Luft mit einem unheimlichen Nebel erfüllte.

»Wir sind verloren«, schrie Enzo mit überschlagender Stimme. »Wir treiben genau auf den Wasserfall zu.«