Leseprobe (PDF Kinderbuch - Jugendbuch): 2- Weihnachtsferien-Das Schneemonster

Kinderbuch Jugendbuch ebook als PDF, Mobi und ePub erhältlich.

Ingo, Georg, Enzo und Lisa haben Weihnachtsferien. Seltsame Schlagzeilen über ein Schneemonster, das in den Wäldern von Bad Bergzabern sein Unwesen treibt, erwecken ihre Aufmerksamkeit.


Als Detektivgruppe IGEL-Team gehen sie der Sache auf den Grund und schlittern geradewegs in ein gefährliches Abenteuer.

Leseprobe

Seltsame Schlagzeilen

 

Endlich waren Weihnachtsferien. Die Kinder saßen zusammen am Frühstückstisch und Ingo schob seine Brille zurecht und schaute nachdenklich aus dem Fenster. Immer wieder wanderte sein Blick auf diesen Zeitungsartikel. Draußen war es bitterkalt, der Vorgarten, sowie die umsäumenden Hecken und die Bäume waren mit einer dicken Schneeschicht bedeckt und dicke Flocken tanzten vom grauen Himmel herab.

Ingo umklammerte mit beiden Händen seine Tasse mit heißer Schokolade und wärmte sich dabei die Hände. Noch immer starrte er gedankenversunken aus dem Fenster und sein Atem ließ die Scheibe beschlagen. Georg, Enzo und Lisa schauten ihn fragend an.

Lisa nippte an ihrer Schokolade. »Und? Was denkst du über den Zeitungsartikel?«, drängte sie nach der Antwort.

»Ich weiß nicht, was ich davon halten soll«, zögerte Ingo, ohne seinen Blick vom Fenster zu lenken.

Georg nahm die Zeitung. Um Ingo einen möglichen Denkanstoß zu geben, las er laut vor: »Schneemensch im Pfälzer Wald gesichtet. Die Touristenzahlen sind gestiegen aber die Anzahl der Wanderer ist gesunken. Am Montagmittag wurde eine große haarige Bestie im Wald nahe bei Bad Bergzabern gesichtet. Wanderer ergriffen die Flucht.«

Lisa überlegte kurz. »Warum steigen die Touristenzahlen, während die Anzahl der Wanderer sinkt? Widerspricht sich das nicht?«

Ingo schüttelte den Kopf. »Die meisten Schaulustigen treiben sich am Waldrand rum, um Bilder vom Monster zu machen, in den Wald getrauen sie sich aber nicht mehr.«


Enzo bekam Gänsehaut und rieb sich unbewusst die Oberarme. »Das kann ich den Leuten gut nachempfinden. Ein Monster in unserem Wald. Wie schrecklich.«

Ingo rückte seine Brille zurecht und schüttelte den Kopf. »Ich bin mir sicher, dass es keine Monster gibt.«

 »Da muss jemand einen Streich gespielt haben«, war Georg überzeugt.

»Das weiß ich auch«, entgegnete Enzo, »ob echt oder nicht, jedenfalls gibt es ein Monster in unseren Wäldern und das ist wirklich beängstigend.«

Lisa nickte bestätigend. »Ja, es gibt keine Monster, es ist gewiss nur ein dummer Streich.«

 »Dumm? Das würde ich nicht behaupten«, entgegnete Ingo.

Enzo horchte auf. »Warum nicht?«

Ingo überlegte kurz, dann folgerte er: »Es wurden zwei verschiedene Reaktionen ausgelöst: Erstens sind die Touristenzahlen angestiegen. Zweitens ist die Anzahl der Wanderer gesunken.«

 »Und das bedeutet?«, hakte Georg nach.

 »Der Täter muss von einem dieser Motive profitieren, wenn nicht, vielleicht sogar von beiden«, war Ingo überzeugt.

Das Gespräch wurde unterbrochen, als die Mutter mahnte: »Solange das mit diesem Schneemenschen nicht geklärt ist, geht ihr mir nicht mehr in den Wald.«

 »Ja, Mama«, versicherte Georg schmollend.


Enzo zeigte mit dem Finger an die Decke, was bedeutete, das Gespräch oben im Schlafzimmer fortzusetzen. Die Kinder verstanden den Hinweis, standen auf und gingen nach oben in Ingos Zimmer, wo sich Ingo aufs Bett setzte und seinen Klapprechner auf den Schoß nahm. Georg, Enzo und Lisa setzten sich vor ihn auf den hochflorigen Wollteppich.

 »Denkt dran, Leute. Ich habe Mama versprochen, dass wir nicht in den Wald gehen«, erinnerte Georg kritisch.

Ingo grinste schief. »Wir gehen auch nicht in den Wald. Wir gehen vielleicht nur an den Waldrand. Dazu brauchen wir wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk, eine Thermomatte, eine Wanderkarte, Seile, Müsliriegel, eine Thermoskanne mit heißem Früchtetee und Pfefferspray.«

»Heißt das, wir kümmern uns um den Fall?«, fragte Enzo.

»Klar. Wir sind Detektive. Schon vergessen?«, bestätigte Ingo.

»Klasse«, jubelten Georg, Enzo und Lisa gleichzeitig.

 »Sagtest du, wir brauchen Pfefferspray?«, vergewisserte sich Lisa.

 »Wie willst du sonst diesen Typen in die Flucht schlagen, falls er uns angreift?«, entgegnete Ingo.

Georg runzelte die Stirn. »Wo bekommen wir Pfefferspray her?«

Ingo lächelte verschmitzt. »Was würdest du machen, wenn jemand eine Dose Pfefferspray auf dich richten würde?«

 »Was soll die Frage?«, wunderte sich Georg, »ich würde natürlich weglaufen.«

»Würdest du erst weglaufen, nachdem er dir in die Augen gesprüht hätte?«, wollte Ingo wissen.

 »Nein. Natürlich nicht«, reagierte Georg entsetzt, »ich würde vorher weglaufen. Warum fragst du?«

Ingo tippte lächelnd am Notebook herum, dann steckte er den Druckerstecker ein und kurz danach fing der Drucker an zu brummen.

»Was druckst du da aus?«, stutzte Lisa.

Ingo zog das Blatt aus dem Drucker und hielt es den anderen entgegen. »Und? Was denkt ihr jetzt?«

 »Du bist ein Genie«, lobte Lisa, als sie das schwarze, frisch gedruckte Etikett mit der Aufschrift »Pfefferspray« sah.

 »Wir kleben es einfach auf eine beliebige Spraydose«, informierte Ingo.


 

»Falls uns jemand zu nahe kommt, zeigen wir ihm einfach nur die Dose und er wird glauben, es wäre Pfefferspray«, ergänzte Enzo begeistert.

Georg lief zum Badezimmer und kam mit einer Dose Deospray zurück, auf die sie das Etikett aufklebten.

Stolz betrachteten sie ihr Werk.

 »Echt tolle Sache die Pfefferspray-Attrappe«, staunte Georg, »was brauchen wir noch?«

 »Seile«, erinnerte Lisa, »ich gehe in die Garage und hole welche.«

Wenig später hatten sie die Seile neben der Pfefferspray-Attrappe auf dem Bett bereitgelegt. Ingo legte die Wanderkarte und die Thermomatte dazu. »Jetzt müssen wir uns nur noch winterfest anziehen, unseren Tee zubereiten und die Müsliriegel einpacken.«

»Das klingt gut«, kommentierte Enzo und leckte sich unbewusst die Lippen.

Während Georg den Tee zubereitete und in die Thermoskanne abfüllte, verstauten die anderen die Ausrüstung samt Müsliriegel in den Rucksäcken. Danach zogen sie ihre dicken Thermohosen und Thermojacken an, die Wollmützen auf, schulterten die Rucksäcke und brachen auf in Richtung Wald.

 


 

Die Waldwanderung

 

Es war sehr kalt und es schneite noch immer. Mit vorsichtigen Schritten liefen die Kinder durch die eingeschneite Stadt. Auf den Straßen lag Schneematsch und die Gehwege waren mit pulvrigem Schnee und stellenweise Glatteis bedeckt. Kurz, nachdem sie die Stadt verlassen hatten, kamen sie über einen schmalen Feldweg zum Wald. Sie bogen vom Weg ab und liefen am Waldrand entlang. Der knöchelhohe Schnee knirschte unter ihren Schuhsohlen.

Enzo blickte ängstlich in den Wald. »Seid ihr wirklich sicher, dass es nicht doch ein echtes Monster ist?«

Ingo, Georg und Lisa fingen an, herzhaft zu lachen.

 »Ach was«, winkte Georg ab, »es gibt keine Monster.«

 »Denkt ihr, wir werden ihm zufällig begegnen?«, fragte Lisa.

 »Ich bin nicht sicher«, zweifelte Ingo, »es sind schließlich bereits zwei Tage vergangen, als es zuletzt gesehen wurde. Wir müssten sehr viel Glück haben.«

Enzo lächelte. »Vielleicht ist es auch Glück, wenn wir ihm nicht begegnen.«

Der Gang durch den hohen Schnee war anstrengend und kostete viel Kraft.

Nach etwa drei Kilometern beschwerlichen Fußmarschs jammerte Enzo: »Ich habe einen solchen Hunger. Lasst uns eine Pause einlegen, sonst breche ich auf der Stelle zusammen.«

Lisa, Georg und Ingo waren einverstanden. Auf einem umgefallenen Baum breiteten sie ihre Thermomatte aus und machten es sich darauf bequem. Sie tranken den dampfend heißen Früchtetee und schauten dabei über die verschneite Stadt. Anschließend aßen sie ihre Müsliriegel.

 »Hast du auch einen anderen Plan, falls wir das Schneemonster nicht finden sollten?«, wollte Georg von Ingo wissen.

Ingo schüttelte den Kopf. »Im Moment nicht, aber mir wird bestimmt etwas einfallen.« Kaum hatte er ausgesprochen, fiel ihm das Papier des Müsliriegels aus der Hand. Elegant wie ein Schmetterling glitt es am Baumstamm entlang und senkte sich hinter ihm auf den Waldboden nieder.

Ingo drehte sich nach hinten und beugte sich hinunter, als er plötzlich verharrte. »Hier. Schaut euch das an, Leute.«

Georg drehte sich blitzschnell um. »Fußspuren. Und? Das sind normale Schuhsohlen?!«

Ingo kniff die Lippen zusammen, was den Anschein erweckte, dass er genervt war. »Klar sind das normale Schuhsohlen. Unser Monster ist ja auch kein richtiges Monster und trägt deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit Schuhe. Die Spuren sind übrigens ganz frisch.«

Lisa schaute sich die Abdrücke ebenfalls an. »Wie kommst du darauf, es könnte sich um die Spuren der Bestie handeln?«


 »Schaut Mal genau hin«, forderte Ingo auf, »um die Fußabdrücke herum könnt ihr eine Verwischung erkennen. Diese stammt höchstwahrscheinlich von einem Fell.«

Die Kinder waren sich einig, tatsächlich die Abdrücke des Schneemonsters entdeckt zu haben.

Ingo zog seine Digitalkamera aus dem Rucksack, legte sein Meterband neben die Spur und fotografierte den gut sichtbaren Schuhabdruck im Schnee. »Jetzt wissen wir, dass es sich um einen Menschen handelt«, sagte er lächelnd.

Enzo zuckte zusammen. »Du warst doch nicht sicher?«

Georg grinste amüsiert. »Man kann nie alles hundertprozentig ausschließen.«

Enzo lachte. »Ihr wollt mir nur Angst machen.«

Lisa schaute suchend in den Wald. »Wenn die Spuren frisch sind, könnte er noch irgendwo in der Nähe sein?!« Nebenbei griff sie in den Rucksack und zog die Pfefferspray-Attrappe heraus.

»Jetzt habe ich wirklich Angst«, erwiderte Enzo und spähte durchs Unterholz.

Georgs Blick streifte durch den Wald. »Hallo?«, rief er plötzlich, worauf alle vor Schreck zusammenzuckten.

 »Mensch Georg«, empörte sich Enzo, »was soll das? Sollen wir uns zu Tode erschrecken?«

 Ingo krauste die Stirn. »Hast du ernsthaft geglaubt, er würde dir antworten, falls er sich hier irgendwo versteckt?«

Enzo rief laut: »Okay. Es ist niemand da, dann können wir den Hund jetzt laufen lassen!«

Täuschend echt ahmte er ein wütendes Knurren und ohrenbetäubend lautes Hundegebell nach.

Auf einmal huschte ein Schatten durch den Wald und alle schrien wie aus einem Mund: »Das Monster!«

 Die braunhaarige, zottelige Bestie blieb kurz stehen und starrte die Kinder an. Lisa hob ihm abwehrend die Spraydose entgegen, während Ingo wild fotografierte.