Band 17 - Gruselige Ferien in Schottland

Ingo, Georg, Enzo und Lisa werden über die Sommerferien nach Schottland auf Schloss Floor Castle eingeladen, wo sie damals in Band 13 den Spuk aufgeklärt hatten.

 

Diesmal sollten es ruhige Ferien ohne Abenteuer werden. Doch es kommt anders, denn bald stellt sich heraus, sie wurden nicht grundlos eingeladen. Der Cousin der Schlossherrin Misses Summer leidet unter Wahnvorstellungen, was diese nicht so recht glauben mag.

 

Nun sollen die Kinder nachprüfen, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Dazu sollen sie auf dem Anwesen der Whiskybrennerei des Cousins untergebracht werden. Alles wirkt anfangs völlig normal. Aber schon sehr bald ereignen sich gruselige Dinge, die den Kindern das Blut in den Adern gefrieren lassen.

 

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In Schottland

 

Im Wald nahe der schottischen Stadt Kelso stand ein Backsteinhaus, das mit seinen beiden Spitztürmen und seinem großen Hof wie ein Schloss aussah. Die Abenddämmerung färbte den Himmel rosarot und sanft rauschten die Bäume und Büsche im warmen Sommerwind. Ein grauhaariger Mann, etwa Mitte 50, kam aus dem Haus und schob sein Fahrrad zwischen den hohen Torpfosten der Einfahrt hindurch auf den sandigen Feldweg. Es war Mister Lennon, der nun elegant sein Bein über den Sattel schwang und aufstieg.

Eine blonde Frau, Mitte 20, folgte ihm mit bedrückter Miene bis zum Torpfosten. »Sei vorsichtig, Papa.«

»Keine Sorge, Marie«, beruhigte Mister Lennon. »Ich bin alt genug, auf mich selbst aufzupassen. Sobald die Stammtischrunde gegen 22 Uhr beendet ist, komme ich sofort nach Hause.«

Tochter Marie sorgte sich sehr um ihren Vater, aber dieser traute sich zu, mit dem Fahrrad drei Kilometer nach Kelso zu fahren, auch wenn er in letzter Zeit nicht mehr bei bester Gesundheit war.

Mit einigen kräftigen Tritten in die Pedale rollte er über den holprigen Feldweg hinweg. Er fuhr aus dem Wald, anschließend durch Wiesen und Felder, die in der Dunkelheit mit dem Nebel zu verschmelzen schienen. Mister Lennons Blicke wanderten unruhig zum Feld, auf dem schemenhaft die Umrisse einer Vogelscheuche zu erkennen waren. Das war nichts Außergewöhnliches, denn sie stand schon da, als er noch ein junger Mann war. Diese Zeit vermisste er sehr. Ganz besonders, seit er krank war. Körperlich fühlte er sich topfit, wenn nur diese Halluzinationen nicht wären, die erst vor einigen Monaten anfingen und immer schlimmer wurden?! Wie konnte ausgerechnet ihm das passieren? Er achtete doch immer auf seine Gesundheit. Er ernährte sich gesund, unternahm oft Wanderungen im Moor oder ausgedehnte Fahrradtouren. Warum musste es ausgerechnet ihn treffen?

Schreckhaft zuckte er zusammen und drehte sich blitzartig herum. »Hatte sich die Vogelscheuche gerade bewegt?«

»Das ist absurd. Vogelscheuchen können sich nicht bewegen«, beruhigte er sich selbst.

Mit stampfenden Schritten und rudernden Armen rannte plötzlich die Vogelscheuche aus dem Nebel auf ihn zu. Mister Lennon schrie auf und riss den Lenker herum, die Reifen rutschten über den steinigen Untergrund. Im hohen Bogen stürzte der Mann vom Fahrrad und war augenblicklich bewusstlos.

Die Zeit verging, die Sonne versank langsam am Horizont und hinterließ einen pechschwarzen Nachthimmel. Einige Stunden waren inzwischen vergangen.

Nicht weit entfernt auf dem Anwesen im Wald, lief Tochter Marie unruhig im Haus auf und ab. »Wir müssen ihn suchen, Samuel«, befahl sie ihrem Mann. »Ich habe ein ungutes Gefühl.«

»Wir können Berry nicht alleine lassen. Was ist, wenn er aufwacht und wir nicht zu Hause sind?«, widersprach der dunkelhaarige Samuel, der sich um den gemeinsamen Sohn sorgte.

»Miss Ridell und Mister Ross sind auch noch da«, erinnerte Marie an das Hauspersonal.

»Ich lasse unseren Sohn ungern mit dem Hauspersonal alleine«, hatte Samuel bedenken. »Sie sind darin nicht ausgebildet. Aber okay. Wir haben keine andere Wahl, also fahren wir.«

Marie informierte die beiden Hausangestellten, dass sie mit ihrem Mann nach dem Vater suchen würde und sie sich um den sechsjährigen Sohn Berry kümmern sollen, falls dieser aufwachen sollte. Die Angestellten kamen sofort herbeigeeilt und verabschiedeten das Paar an der Tür.

Samuel rannte zum Auto. »Lass uns zuerst zur Kneipe fahren. Deinem Vater ist bestimmt nichts zugestoßen, er hat wahrscheinlich nur die Zeit vergessen.«

Marie folgte ihrem Mann durch den mit Laternenlicht spärlich beleuchteten Hof zum Auto. Rasant durchfuhren sie das Wäldchen und kamen auf die Felder. Schließlich entdeckten sie im Lichtkegel der Autoscheinwerfer den regungslosen Körper, der neben seinem Fahrrad mitten auf dem Feldweg lag.

Samuel machte eine Vollbremsung. »Oh nein!«

»Papa?«, rief Marie mit überschlagender Stimme.

Gefolgt von Samuel eilte sie zu ihrem Vater, der in diesem Moment erwachte.

»Die Vogelscheuche hat mich angegriffen«, sagte er mit schwacher Stimme in Richtung Feld zeigend.

Samuel erkannte im Scheinwerferlicht die Konturen der Puppe. »Die Vogelscheuche steht da, wo sie immer steht, Mister Lennon.«

Marie strich ihrem Vater über die Stirn. »Beruhig dich, Papa, das hast du bestimmt nur wieder geträumt.«

Das junge Paar lud das Fahrrad in den Kofferraum und fuhr den Verunglückten nach Hause. An der Haustür wurden sie von Haushälter Mister Ross und Haushälterin Miss Ridell erwartet. Die beiden zeigten sich voller Sorge um den Hausherrn.

»Wie geht es Ihnen, Mister Lennon?«, wollte Haushälter Mister Ross wissen.

»Er hat zum Glück nur ein paar Schürfwunden«, berichtete Samuel.

Fürsorglich begleiteten sie den verwirrten Hausherren gemeinsam in sein Zimmer, das in den oberen Stockwerken lag. Mühsam und mit zittrigen Knien schleppte sich der geschwächte Mann die Treppen hinauf.

»Da wären wir, Mister Lennon«, sagte die Haushälterin.

In Mister Lennons Augen war immer noch die Angst zu erkennen. »Ich hätte schwören können, die Vogelscheuche …«

»Machen Sie sich darüber keine Gedanken«, unterbrach Haushälterin Miss Ridell und reichte ihm ein Glas Wasser und eine Tablette dazu.

»Nimm die Tablette, die wird dir helfen, Papa«, beschwichtigte Marie.

»Morgen früh, wenn Sie ausgeschlafen haben, geht es Ihnen besser«, versicherte Samuel.

Der Verunglückte nahm die Tablette, anschließend nahm Haushälter Mister Ross ihm das Wasserglas aus der Hand und deckte ihn zu. »Gute Nacht, Mister Lennon, und gute Besserung.«

 

 

*****

 

 

Die Einladung

 

Am nächsten Morgen war es in Deutschland im Pfälzer Kurort Bad Bergzabern noch sehr ruhig. Die ersten Sonnenstrahlen trafen auf das rötlich leuchtende Dach eines gelben Hauses. Im gepflegten Vorgarten leuchteten die süßlich duftenden Blüten der Oleander und Hibiskuspflanzen in satten Gelb- und Rottönen einander um die Wette. Aus dem Haus hörte man Kinderstimmen. Es waren die Teenager Ingo, Georg, Enzo und Lisa, die sich schon sehr auf die Sommerferien freuten. Gerade hatten sie ausgiebig gefrühstückt und flitzten nun die Treppen nach oben in Ingos Zimmer, um die bevorstehenden Ferien zu besprechen. Wie immer sollten es schöne Ferien werden und deshalb wollten sie nichts dem Zufall überlassen.

»Dieses Mal haben wir keinen Fall zu lösen«, seufzte Lisa mit wehmütiger Stimme und setzte sich vor dem Bett auf dem weißen Flokati nieder.

Das war für die Kinder irgendwie ungewohnt, denn sonst wurden sie immer eingeladen, um als Detektivteam einen besonderen Fall aufzuklären. Seit sie damals den Fall mit den verschwundenen Katzen aufgeklärt hatten, arbeiteten sie als Detektive und nannten sich IGEL-Team, wobei sich das Wort IGEL aus den Anfangsbuchstaben der vier Vornamen zusammensetzte. Die drei Geschwister Ingo, Georg und Lisa Seifert hatten zusammen mit dem Nachbarsjungen Enzo Vangelista schon so manchen kniffeligen Fall gelöst.

Der 12-jährige, braunhaarige Brillenträger Ingo war der Kluge und Geschickte, die 11-jährige, blonde Lisa die Sportliche, der braunhaarige Georg, der mit 13 wie 19 aussah, war der Große und Starke. Der 12-jährige, schwarz gelockte Enzo war nicht so sportlich, was wahrscheinlich an seiner etwas molligen Figur lag. Dafür sprach er fließend Italienisch und konnte täuschend echt Tierstimmen nachahmen. Enzo war Italiener. Seine Eltern besaßen eine eigene Pizzeria und hatten daher wenig Zeit für ihn. Darum verbrachte er die meiste Zeit bei den Seiferts und fühlte sich bei ihnen wie zu Hause. Leider war er auch für seine Heißhungerattacken bekannt, die er immer auf sehr dramatische Weise seinen Freunden durch die Blume mitteilte. Lisa liebte es, ihn aufgrund seiner Hungerattacken und seiner molligen Figur zu necken, aber Enzo liebte es ebenso, Lisa wegen ihrer Sommersprossen und ihrer schlanken Figur zu ärgern. Ansonsten waren sie ein gut eingespieltes Team und es gab keinen Fall, den sie nicht hätten lösen können.

»Bis jetzt haben wir leider keinen Fall zu klären, aber keine Sorge«, tröstete Ingo. »Wir bekommen gewiss keine Langeweile.«

»Das ist sogar ein gutes Zeichen«, äußerte sich Georg schief grinsend und lehnte sich an die Fensterbank.

Enzo setzte sich zu Lisa auf den Teppich. »Warum ist das ein gutes Zeichen?«, hakte er stirnrunzelnd nach.

»Das bedeutet, die Kriminalität ist gesunken«, scherzte Georg.

»Genau«, meinte Ingo, setzte sich an seinen Schreibtisch und wendete sich seinem Klapprechner zu. »Vielleicht finden wir im Internet tolle Angebote und buchen eine schöne Reise?«

»Wozu?«, fragte Lisa. »Hier in Bad Bergzabern ist es doch auch ganz schön.«

»Klar«, bestätigte Georg. »Trotzdem könnten wir mal zur Abwechslung was anderes sehen.«

Ingo prustete. »Zum Beispiel Schottland.«

»Wie kommst du ausgerechnet auf Schottland?«, wunderte sich Enzo. »Wir waren doch erst letztes Jahr in den Herbstferien in Schottland, als wir den Spuk auf Floor Castle aufgeklärt haben?!«

»Was schlägst du sonst noch vor?«, verlangte Georg nach einer Alternative und verschränkte die Arme.

Ingo grinste schelmisch und schob seine Brille zurecht. »Das war kein Vorschlag. Wir haben eine Einladung von Misses Summer bekommen.«

Lisa war verdutzt. »Misses Summer? Die Schlossherrin vom ehemaligen Spukschloss Floor Castle?«

»Exakt«, antwortete Ingo lächelnd.

Georg runzelte die Stirn. »Was ist los? Spukt es dort etwa schon wieder?«

»Nein«, antwortete Ingo kopfschüttelnd. »Wir wurden einfach nur eingeladen.«

Lisa stand auf, lief erst einige Schritte im Zimmer auf und ab, bevor sie umhertanzte und in die Luft sprang. »Hurra. Wir verbringen unsere Sommerferien in Schottland im Floor Castle!«

»Klasse«, riefen Georg und Enzo gleichzeitig. Enzo sprang auf und klatschte sich mit Georg gegenseitig in die Hände.

Ingo stützte nachdenklich seinen Kopf in die Hände. »Das ist sehr nett von Misses Summer, uns grundlos einzuladen. Ist das nicht merkwürdig?«

»Was soll daran merkwürdig sein?«, wunderte sich Lisa. »Hör auf, dir Gedanken zu machen und freu dich doch einfach.«

Ingo drückte seine Freude sehr verhalten mit einem schiefen Grinsen aus. »Ja, es ist schön.«

»Denkt daran, das Schlauchboot einzupacken, falls wir wie letztes Mal im Moor festsitzen sollten«, forderte Lisa mit erhobenem Zeigefinger.

»Wenigstens ist es dieses Mal Sommer und wir müssen nicht frieren, falls wir im Moor festsitzen sollten«, bemerkte Georg, der sich mit Grauen an den Vorfall erinnerte.

Enzo fuhr sich gedankenversunken mit der Hand durch den schwarzen Lockenkopf. »Was sagen wir eigentlich unseren Eltern?«

Ingo zuckte gleichgültig mit den Schultern. »Wir sagen einfach, wir wurden eingeladen, was ja diesmal der Wahrheit entspricht.«

Lisa fegte wie ein Wirbelwind durchs Zimmer in Richtung Tür. »Ihr fangt schon mal an, die Koffer zu packen, während ich Mama über unsere Ferienpläne informiere.«

»Und ich gehe nach Hause, sage meinen Eltern Bescheid und packe auch meine Koffer«, verabschiedete sich Enzo freudestrahlend.

»Abgemacht«, meinte Georg. »Bis nachher dann.«

Wenige Sekunden danach betrat Lisa die Küche. Sie erzählte der Mutter von der Einladung, was sie ohne kritisch zu hinterfragen akzeptierte.

»Natürlich dürft ihr die Einladung annehmen«, erlaubte Frau Seifert.

Es lag wahrscheinlich an Lisas Ausstrahlung, weil sie die Wahrheit sagte und keine Ausrede auftischte, wie sie es sonst immer tun musste, wenn ein Fall aufzuklären war. Die Ausreden erfanden sie nur, damit sich die Eltern keine Sorgen machten.

In der nächsten halben Stunde waren die Kinder mit Kofferpacken beschäftigt. Schließlich stellten sie das Gepäck unten im Hausflur neben der Haustür bereit und versammelten sich anschließend in Ingos Zimmer. Ingo setzte sich an seinen Schreibtisch, während Lisa und Enzo auf dem Bett saßen und Georg auf der Fensterbank Platz genommen hatte.

Ingo hatte eine Liste in der Hand und hakte mit einem Bleistift ab. »Taschenlampen, Seile, Schlauchboot und Funkgeräte.«

»Wozu brauchen wir Seile und Funkgeräte?«, fragte Lisa misstrauisch. »Wir sind doch nicht als Detektive unterwegs?!«

»Das würde mich jetzt aber auch interessieren«, schloss sich Georg seiner Schwester an. »Haben wir vielleicht doch einen Fall als IGEL-Team?«

»Du hast uns doch nicht etwas verheimlicht?«, vergewisserte sich Enzo. »Na sag schon!«

»Nein«, wehrte sich Ingo. »Ich habe euch nichts verheimlicht. Ich kann nur nicht glauben, dass wir aus reiner Nächstenliebe eingeladen wurden. Darum werde ich den Verdacht nicht los, irgendetwas ist an der Sache faul.«

Lisa winkte mit einer ausladenden Handbewegung ab. »Warum sollte an der Einladung etwas faul sein? Misses Summer ist halt eine liebe Frau, die uns aus Dankbarkeit eingeladen hat, weil wir damals den Spuk in ihrem Schloss aufgeklärt hatten?!«

Nun wurde auch Georg misstrauisch. »Jetzt, wo du es sagst, Lisa, klingt es wirklich komisch. Misses Summer hat uns damals angeboten, wir dürften jederzeit kostenlos die Ferien in ihrem Schloss verbringen. Warum sollte sie uns also zusätzlich noch einladen, wenn wir uns selbst einladen könnten?«

»Ihr habt recht, das ist wirklich kurios«, dämmerte es auch Enzo. »Es scheint so, als wenn ihr etwas auf dem Herzen liegt, was sie uns per E-Mail nicht mitteilen möchte.«

Ingo zog seine Brille ab und rieb sie mit einem Taschentuch sauber. »Wenn wir mit unserer Vermutung richtig liegen, kann das nur bedeuten, Misses Summer fühlt sich beobachtet und befürchtet, ihre Mails könnten von Unbefugten mitgelesen werden.«

Lisa strahlte übers ganze Gesicht. »Das klingt nach einem Fall fürs IGEL-Team.«

Georg riss beide Arme hoch. »Auf, in ein neues Abenteuer«, jubelte er melodisch.

»Hoffentlich handelt es sich nicht wieder um einen Spuk«, bangte Enzo und schnitt eine entsetzte Grimasse.

»Wovor hast du Angst?«, wunderte sich Lisa. »Wir haben es doch bereits bewiesen. Es gibt keine Geister, auch nicht in Schottland.«

Enzo schien überzeugt und nickte zustimmend. »Ja, das stimmt. Wen interessiert das. Die Hauptsache ist doch, wir bekommen eine gute Verpflegung.«

»Warum überrascht es mich nicht, dass du wie immer nur ans Essen denkst?«, neckte Lisa kichernd.

»Ich sorge mich doch nur deinetwegen«, erwiderte Enzo gespielt ernst.

»Was?«, spielte Lisa die Empörte. »Bist das nicht du, der immer herumjammert, er wäre am Verhungern?«

Enzo nickte spitzbübisch grinsend. »Doch, aber viel schlimmer wäre es, wenn die Verpflegung schlecht wäre. Du würdest abnehmen, und so dünn, wie du bist, würdest du am Ende nur noch aus sommersprossiger Haut und Knochen bestehen.«

Georg und Ingo verkniffen sich ein Lachen, was Lisa bemerkte und worüber sie sehr verärgert war. Trotzig schob sie die Unterlippe nach vorne und setzte ein falsches Grinsen auf. »Wenn die Verpflegung gut ist und du noch ein paar Kilo zunimmst, besteht die Gefahr, dass sich ein Gravitationsfeld um deinen Körper bildet, das alles anzieht, was in deine Nähe kommt.«

»So? Heißt das, du findest mich anziehend?«, erwiderte Enzo, worauf Lisas Faust auf seinem Oberarm landete.

»Hoppla«, entschuldigte sie sich. »Das war wohl bereits das Gravitationsfeld, das meine Hand angezogen hat.«

Enzo schrie auf und hielt sich den Arm, worauf Lisa erschrak. »Tut mir leid, ich wollte nicht so fest schlagen.«

»Reingelegt, das hat gar nicht wehgetan«, gackerte Enzo.

Georg und Ingo brachen in schallendes Gelächter aus, worauf auch Lisa und Enzo lachen mussten.

 

***

 

Am Mittag unternahmen die Kinderdetektive eine Waldwanderung, was sich durch die sommerliche Hitze als sehr anstrengend und schweißtreibend herausstellte. Am Abend saßen sie noch in Ingos Zimmer und spielten Memory, um ihr Gedächtnis zu trainieren. Das taten sie häufig, denn ein gutes Gedächtnis ist das größte Kapital eines Detektivs. Bald war es Schlafenszeit und Enzo ging nach Hause. Trotz der Aufregung auf die bevorstehende Reise nach Schottland schliefen alle gut ein.

 

 

*****